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 Katrin Hanusch 

 


max. Belastung 735kp/qm, Assemblage, 2003


Wenn man den Menschen gedanklich mit einem Haus vergleicht, das in seinen Räumen Wesensaspekte beinhaltet, so habe ich einen Raum existienzieller Ängste betreten, die mir selbst und in anderen begegnen.
Die Figuren im Raum sind Schatten isolierter Gefühle, die weder Individualität noch Einzelschicksal nachstellen. (Selbsternannte) Opfer?
Das Formulieren dieser Ängste, das Sich-Hineinbegeben, Durchleben dieser Gefühlszustände hat sich mir seit Beginn des Projekts im Oktober aufgedrängt. Den Raum jetzt gedanklich schließen zu können eröffnet die Möglichkeit einen neuen zu betreten.
unser täglich brot habe ich in Alsleben oft in Zusammenhang mit Belastung erfahren. In Begegnungen auf der Straße, in denen die Bedeutung von Arbeit zum Ausdruck kam, in Gesprächen, die man vom Nachbartisch mithört. Einerseits weil jemand Arbeit hat, andererseits weil es keine gibt. Arbeit als (wichtigster) Lebensinhalt? Kunst kontra Berufsausübung?
Wenn sich der (Selbst)Wert eines Menschen darüber definiert, wieviel er an Arbeit leistet, muß über die Bewertungskriterien nachgedacht werden.
Schwarz und Weiß reichen nie aus die Realität zu beschreiben. In Alsleben ist wie vielerorts Niedergeschlagenheit zu spüren. Gleichzeitig läßt sich aber die Bemühung erkennen etwas zu verändern. Daß wir mit unserem Projekt etwas bewegen können ist angesichts der bestehenden Situation unwahrscheinlich. Dennoch halte ich das Projekt für beide Seiten bereichernd - ein Austausch von Gegensätzen.
Man wird sich auch in nächster Zeit noch am Stammtisch treffen, um über die Entwicklung von Alsleben zu diskutieren. Und über Fußball, das Wetter und das täglich Brot.

Katrin Hanusch · Humboldtstraße 11 · 06114 Halle · kathan6@web.de